Sofort in Haft gesteckt

Zu drei Jahren Haft hat das Nürnberger Schöffengericht einen Architekten verurteilt, der seine Lebensgefährtin um mehrere Hunderttausend Euro erleichtert hatte. Der Angeklagte, der über einen längeren Zeitraum von der Detektei ASTRA-Detektive aus Nürnberg beobachtet wurde und die Detektei für gerichtverwertbares Material sorgte, hatte Bauvorhaben seiner Freundin betreut. Dabei hatte er mit überhöhten Rechnungen und gefälschten Briefbögen getäuscht und sie zu den Zahlungen veranlasst.

Insgesamt hat sich der Angeklagte des Gerichts der Unterschlagung, des sechsfachen Betrugs, der Urkundenfälschung sowie des versuchten Betrugs strafbar gemacht. Es stellte sich heraus, dass der Angeklagte mit seinem Architekturbüro bereits schon mehrere Offenbarungseide geleistet hatte, die nächste Eidesstattliche Versicherung stand kurz davor, die Schuldner standen Schlange. Die Lebensgefährtin wusste von all dem nichts beteuerte Sie. Der Angeklagte zeigte nicht einen Funken schlechten Gewissens und beschreibe seine Taten als normale Geschäftspraktiken. Er habe die Naivität und das Vertrauen seiner Lebensgefährtin ausgenutzt, so die Richterin. Der Angeklagte redete viel, kämpft verbissen, geht sogar gelegentlich auf seinen Verteidiger los. Zig Zeugen wurden schon angehört, darunter Anwälte und die Privatdetektive der Detektei ASTRA-Detektive. Ein Mitangeklagter Freund und enger Geschäftspartner wurde gleich am ersten Verhandlungstag wegen Urkundenfälschung und Betrugs zu einem Jahr Gefängnis auf Bewährung verurteilt. Er sagte danach als Zeuge aus.

Das Schöffengericht ging damit über den Antrag der Staatsanwältin hinaus. Die Lebensgefährtin sei in geschäftlichen Dingen schludrig gewesen und dies habe der Angeklagte ausgenutzt, sagte die Staatsanwältin in ihrem Plädoyer. Das Gericht ließ den Angeklagten wegen Fluchtgefahr im Gerichtssaal verhaften und verurteilte ihn zu drei Jahren Haft.